IT-Monitoring
Störungen erkennen, bevor sie zum Ausfall werden
Die wenigsten Ausfälle geschehen ohne Vorzeichen. Ein Datenträger meldet erste Lesefehler, ein Speicher füllt sich über Wochen, eine Sicherung bricht mehrere Nächte hintereinander ab. Monitoring macht diese Entwicklungen sichtbar, solange noch Zeit zum Handeln bleibt.
Drei Fragen, drei Verfahren
Unter Monitoring werden Dinge zusammengefasst, die unterschiedliche Fragen beantworten:
- Verfügbarkeit – antwortet ein System überhaupt? Die Antwort ist ja oder nein
- Leistung und Auslastung – wie stark ist es beansprucht? Die Antwort ist ein Messwert im Zeitverlauf
- Ereignisse – was ist passiert? Die Antwort steckt in Protokollen und Meldungen
Die ersten beiden zielen auf den Betrieb, das dritte auf Sicherheit und Nachvollziehbarkeit. Erst zusammen ergeben sie ein Bild: Ein Server, der antwortet, aber seit Tagen an der Auslastungsgrenze läuft, ist keine Meldung wert und trotzdem ein Problem.
Wie gemessen wird
Für die Erfassung gibt es drei übliche Wege, die sich ergänzen:
- Mit Agent – ein kleines Programm auf dem System liefert Werte, die von außen nicht sichtbar sind, etwa Zustand der Datenträger oder Dienste
- Ohne Agent – Abfrage über vorhandene Schnittstellen wie SNMP bei Netzwerkgeräten oder Schnittstellen von Speichersystemen
- Von außen – Prüfung aus einem anderen Netz heraus: Erreichbarkeit, Antwortzeit, Restlaufzeit von Zertifikaten und Domains
Der dritte Weg wird häufig vergessen, ist aber der einzige, der auch dann noch meldet, wenn der Standort selbst nicht erreichbar ist.
Überwachter Umfang
Der Umfang richtet sich nach den Systemen, von denen der Betrieb abhängt. Üblich sind:
- Erreichbarkeit von Servern, Netzwerkgeräten und Internetanschluss
- freier Speicherplatz sowie Zustandswerte der Datenträger
- Ergebnis der nächtlichen Sicherung, nicht nur deren Start
- Zustand des Schutzprogramms und offene Updates
- unterbrechungsfreie Stromversorgung, Temperatur und Lüfter im Technikraum
- Restlaufzeit von Zertifikaten, Domains und Wartungsverträgen
Maßgeblich ist nicht die Länge der Liste, sondern die Aussagekraft der einzelnen Meldung.
Schwellwerte und Alarmierung
Ein Schwellwert legt fest, ab wann ein Messwert zur Meldung wird. Feste Grenzen sind einfach, aber grob: Achtzig Prozent belegter Speicher können auf einem Archiv normal und auf einem Datenbankserver bedenklich sein. Aussagekräftiger ist häufig die Entwicklung – ein Wert, der seit vier Wochen gleichmäßig steigt, kündigt einen Zeitpunkt an.
Ebenso wichtig ist eine Verzögerung, die kurzzeitige Ausschläge herausfiltert. Ein System, das während eines Neustarts eine Minute nicht antwortet, ist keine Störung. Geplante Arbeiten werden vorab stummgeschaltet, damit Wartung nicht als Ausfall erscheint.
Für die Alarmierung selbst gilt: Ein Weg, der zuverlässig ankommt, ist mehr wert als drei, die nebeneinander laufen. Und die Alarmierung wird selbst geprüft – ein Meldeweg, der nie getestet wurde, ist im Ernstfall eine Annahme.
Auswertung und Planung
Über längere Zeiträume betrachtet liefern die erfassten Werte Anhaltspunkte für Investitionen: welche Geräte wiederholt auffallen, wann Speicherplatz voraussichtlich knapp wird, ob Sicherungsläufe von Monat zu Monat länger dauern.
Daraus entsteht eine kurze regelmäßige Übersicht. Sie verlagert Anschaffungen von der ungeplanten Reaktion in eine planbare Größe.
Häufige Fehler
Wiederkehrende Muster in der Praxis:
- Alarmflut – so viele folgenlose Meldungen, dass nach kurzer Zeit keine mehr gelesen wird
- Überwachung im selben Schrank – fällt der Standort aus, fällt auch die Überwachung aus
- Sammelpostfach ohne Zuständigkeit – Meldungen kommen an, aber bei niemandem
- Nur der Start geprüft – die Sicherung gilt als erfolgreich, weil sie begonnen hat
- Ungetestete Alarmierung – der Meldeweg wurde seit der Einrichtung nie ausgelöst
- Keine Auswertung – Daten werden gesammelt, aber nie über die Zeit betrachtet
Abgrenzung
Monitoring erkennt Störungen und dokumentiert sie, behebt sie aber nicht. Der Nutzen entsteht erst durch die Reaktion, die sich daran anschließt. Umfang, Reaktionszeiten und Erreichbarkeit gehören deshalb vorab schriftlich festgelegt.
Kontakt
EHOS IT betreut diesen Bereich für Gewerbe und Privatkunden im Raum Braunschweig, Salzgitter, Wolfenbüttel, Hildesheim und Goslar.